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Publikationen

Nachhaltigkeit als Wertschöpfungsfaktor

By 20. August 2021No Comments

Auch bei der Bürowahl dient Nachhaltigkeit als Wertschöpfungsfaktor

Auch bei der Bürowahl dient Nachhaltigkeit als Wertschöpfungsfaktor

Wenn Projektentwickler, Investoren und Finanzierer über nachhaltige Büroimmobilien sprechen, geschieht dies meist vor dem Hintergrund der gesetzlichen Anforderungen und häufig mit Blick auf die Verbesserung des unternehmenseigenen CO2-Abdrucks. Das ist gut und richtig, lässt aber einen weiteren Mitspieler außer Acht: den späteren Mieter. Obwohl die Preisunterschiede zwischen konventionellen und nachhaltigen Büroflächen im Neubau nicht mehr so groß sind wie in der Vergangenheit, gehört schon noch Überzeugungsarbeit dazu, um die zusätzlichen zwei bis fünf Prozent Preisaufschlag je Quadratmeter darzustellen.

Man stelle sich folgende Situation vor: Eine Rechtsanwaltskanzlei oder eine Steuerberatungsgesellschaft sucht neue Räumlichkeiten. Angeboten werden konventionelle Büroflächen und solche, die taxonomiekonform sind und in deren Lobby eines der gängigen internationalen Nachhaltigkeitszertifikate hängt. Wie erklärt man dem potenziellen Mieter, dass das nachhaltige Büro „besser“ ist, wenn der Verweis auf das ökologische Gewissen im nächsten Atemzug dem Geldbeutel gegenübergestellt wird? Konkret bedeutet das: Gibt es Faktoren, die eine zusätzliche Wertschöpfung für Mieter generieren, die sich explizit für nachhaltige Büroflächen entscheiden?

Klar ist schon jetzt, dass nachhaltigere Büros bei der Mitarbeitergewinnung und dort insbesondere bei der jüngeren Generation auf positive Resonanz stoßen. Die Frage, die sich Unternehmen bei der Standortsuche aber auch stellen sollten, ist, ob und inwiefern für andere Unternehmen der büroimmanente CO2-Abdruck ihrer Geschäftspartner von Bedeutung ist.

Ausschreibungen werden an Nachhaltigkeitskriterien geknüpft

Kann der Fall eintreten, dass in Ausschreibungen ausdrücklich gefordert wird, dass Unternehmen auch mit Blick auf ihre eigenen Bürostandorte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssen? Diese Frage ist nicht aus der Welt und wird immer mehr Branchen in den kommenden Jahren beschäftigen. Gerade bei öffentlichen Ausschreibungen wird es immer mehr Fälle geben, bei denen die Einhaltung von ESG-Kriterien nicht nur unmittelbar ausschreibungsbezogen eingehalten werden muss, sondern auch die Unternehmen selbst Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssen, um überhaupt berücksichtigt zu werden.

An diesem Punkt wird sichtbar, welche Bedeutung der richtigen – und das heißt: ESG-konformen – Standortwahl heutzutage schon zukommt. Unternehmen, die sich frühzeitig für nachhaltige Flächen entscheiden und sich diese Entscheidung in ihrem Selbstverständnis zu eigen machen, werden davon in den kommenden Jahren auch wirtschaftlich profitieren. Denn gerade mit Blick auf die Transparenz von Dienstleistungsketten werden immer mehr Akteure darauf setzen, ihre gesamte Wertschöpfung taxonomiekonform zu gestalten, da auch die Gesellschaft selbst dies immer mehr einfordern wird.