Skip to main content

Die Kosten für Nachhaltigkeit lassen sich kalkulieren

Während Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft von Jahr zu Jahr wichtiger für Investoren und Nutzer wird, können Projektentwickler bei deren Umsetzung in kalkulatorische Schieflagen geraten. Grund dafür sind auf der einen Seite die nicht immer verlässlichen Kosten einer nachhaltigen Bauweise und auf der anderen Seite, dass manche Projektentwickler aktuell noch zu wenig Expertise mit derartigen Bauvorhaben aufweisen.

Das ist verständlich. Die regulatorischen Auflagen für nachhaltiges Bauen unterliegen ständigen Verbesserungen und Anpassungen. So stimmt das deutsche Baurecht noch lange nicht im Detail mit den klimapolitischen Zielen für die Gestaltung der Immobilienwirtschaft überein. Ebenso gibt es zwar immer wieder spannende Pilotprojekte etwa für Quartiere in Holzbauweise oder einzelne Hochhäuser aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Erfahrungen, die dort gemacht werden, lassen sich aber nicht eins zu eins auf alle Projektentwicklungen übertragen.

Im Vorteil sind daher Projektentwickler, die hauseigenes Know-how im Bereich des nachhaltigen Bauens mit sich bringen. Die Expertise dafür gründet vor allem auf architektonischen Kompetenzen. Entwickler mit eigenen Architekten sind daher eher in der Lage, die kalkulatorische Volatilität einzugrenzen, die mit nachhaltigen Bauvorhaben einhergeht. Zwar mag es eine Blaupause für nachhaltiges Bauen, an der man sich orientieren kann, auch im Jahr 2021 noch nicht geben, die architektonischen Voraussetzungen für mehr Energieeffizienz in der Planung, Errichtung und Nutzung zeitgemäßer Gebäude sind indes schon lange ein klassischer Bestandteil architektonischer Planungshoheit.

Für Investoren hat das klare Folgen bei der Auswahl von Projekten, an denen sie sich beteiligen wollen. Kapitalgeber sollten neben dem Blick auf Zertifizierungen, die den Projektentwicklern die Einhaltung bestimmter Standards bestätigen, auch Wert darauf legen, sich die Projektteams, die mit der Planung eines Bauvorhabens betreut sind, genauer anzuschauen. Berücksichtigen die Kalkulationen die aktuellen Leitfäden und Checklisten für nachhaltiges Bauen? Werden alle Nachweise erbracht und dokumentiert? Und vor allem: Stellt der Entwickler Architekten mit Erfahrung in nachhaltigen Bauvorhaben zur Verfügung?

Auch wenn Investoren nicht alle Regularien bis ins Detail überprüfen können, erhält man so belastbare Indizien, ob ein bestimmter Projektentwickler tatsächlich hinreichend Expertise für nachhaltige Bauvorhaben aufweist. Und das wiederum ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Kostenkalkulationen für alle Seiten verlässlich gestaltet werden.